DAS GLAUKOM


Das Glaukom, auch grüner Star genannt, ist eine Erkrankung des Auges, deren wesentliches Merkmal eine Erhöhung des Augeninnendruckes darstellt. Im Auge wird ständig eine Flüssigkeit , das so genannte Kammerwasser, gebildet. Diese Flüssigkeit verlässt das Augeninnere wieder: zum einen über den so genannten Kammerwinkel. Der zweite - weniger bedeutende - Weg geht über das Venensystem des Auges. Entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Bildung und Abfluss des Kammerwassers kommt es zu einem Anstieg des Augeninnendruckes. Dies wiederum führt zu einer Druckschädigung des Sehnervenkopfes. Ebenso ist eine Verminderung der Durchblutung des Sehnervenkopfes die Folge. Im weiteren Verlauf sterben Sehnervenfasern ab und es kommt zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Dieser Prozess verläuft im Allgemeinen langsam und ohne weitere Beschwerden, so daß der Betroffene zu Beginn der Erkrankung nichts bemerkt. Sind alle Sehnervenfasern abgestorben, kommt es zu Erblindung des Auges, da es zur Zeit noch keine Möglichkeit gibt, abgestorbene Sehnervenfasern wieder herzustellen.

Das Absterben der Sehnervenfasern ist also zum einen ein mechanischer Prozess, zum anderen aber auch Folge einer schlechten Durchblutung.

Am häufigsten finden wir das "primäre Offenwinkelglaukom" - "Glaucoma chronicum simplex". Es ist charakterisiert durch einen offenen und weiten Kammerwinkel. Diese Form tritt gehäuft ab dem 40. Lebensjahr auf und findet sich dann bei jedem 200. in der Bevölkerung.


Sonderformen des Offenwinkelglaukoms stellen das Kapselhäutchenglaukom - Glaucoma capsulare und das Pigmentdispersionsglaukom dar.


Beim "Engwinkelglaukom" ist der Kammerwinkel eng, das heißt die gebildete Flüssigkeit kann nicht ungehindert abfließen. Es liegt eine Vorwölbung der Iris vor, so dass der Abfluss mechanisch verengt ist. Hier kann es durch völlige Verlegung des Abflusses zu einem akuten Druckanstieg kommen: den so genannten Glaukomanfall. Er geht häufig mit heftigen Kopfschmerzen, aber auch Übelkeit und Erbrechen einher. Es handelt sich um eine Notfallsituation, die der sofortigen Therapie - zunächst medikamentös, dann operativ - bedarf.


Es gibt aber auch Menschen, die Veränderungen des Sehnerven und Gesichtsfeldausfälle entwickeln, obwohl der Augeninnendruck stets unter der magischen Grenze von 20 - 21 mmHg bestimmt wird. Hierbei handelt es sich um das so genannte "Normaldruck"- oder "Low Tension" Glaukom. Eine Minderdurchblutung, insbesondere auch nächtliche Blutdruckabfälle, sind hierfür verantwortlich.


Umgekehrt gibt es auch Menschen, bei denen ein jahrelang bestehender hoher Augendruck zu keiner Schädigung der Sehnervenfasern führt. Dies bezeichnet man als "okuläre Hypertension".


Ein Glaukom kann aber auch schon angeboren sein, das sogenannte "juvenile Glaukom". Bei dieser Form wird das Kind bereits mit einem erhöhten Augendruck geboren, da die Abflusswege von einer Membran bedeckt ist und so den Abfluß des Kammerwassers verhindern. Eine sofortige Operation ist zum Erhalt der Sehkraft unbedingt erforderlich!


Als "Sekundärglaukome" bezeichnet man solche, die als Folge einer anderen Augenerkrankung entstanden sind. Hierzu zählen beispielsweise Entzündungen, Blutungen, alte Verletzungen, Zustände nach Gefäßverschlüssen oder auch Tumore.

 

 

DieDiagnose eines Glaukoms stützt sich auf fünf Parameter:


1. der Augeninnendruck
2. das Gesichtsfeld
3. der Befund des Sehnervenkopfes (Papille)

4. die Hornhautdicke

5. die Vermessung des Sehnerven mit dem Heidelberg Retina Tomograph (HRT)

 

 

Der Augeninnendruck sollte sich in einem Bereich von 10 bis 20 mmHg bewegen. Die Messung des Augeninnendruckes kann auf verschiedene Weise erfolgen. Die beiden gebräuchlichsten Methoden sind die sogenannte Applanationstonometrie und die Non- Contact- Tonometrie. Sie sollte ab dem 40. Lebensjahr mindestens zweimal pro Jahr durchgeführt werden. Aber auch vor dem 40. Lebensjahr sollten Messungen erfolgen, da ein Glaukom in jedem Lebensalter auftreten kann!

Beim Tagesdruckprofil werden an einem Tag mehrere Werte ermitteln, um zu erfahren, wie sich der Augendruck im Verlauf des Tages verhält und welches die höchsten Werte sind, um so über die notwendige Therapie entscheiden zu können.

Die Gesichtsfelduntersuchung wird heute überwiegend mit Hilfe eines Computerprogrammes durchgeführt.. Nur durch konzentrierte Mitarbeit des Patienten können verlässliche Ergebnisse erzielt werden. Diese Untersuchung sollte bei bestehendem Glaukom mindestens halbjährlich durchgeführt werden.

Der Befund des Sehnervenkopfes wird ebenfalls mindestens zweimal im Jahr erhoben. Verdächtige Veränderungen sind Aushöhlungen des Sehnervenkopfes oder auch Blutungen am Papillenrand.

Ist einer der drei oben genannten Parameter auffällig, so sind weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören neben dem Tagesdruckprofil die unter 4 und 5 benannten Untersuchungen.


DIE THERAPIE


Die Therapie der Glaukome erfolgt zunächst mit Augentropfen, die einmal bis mehrmals täglich getropft werden müssen. Auch Kombinationen verschiedener Wirkstoffe sind möglich. Ist die Tropfentherapie nicht ausreichend oder können Tropfen zum Beispiel wegen Unverträglichkeitsreaktionen nicht gegeben werden, kann in ausgewählten Fällen eine besondere Laserbehandlung, die sogenannte Lasertrabekuloplastik, heute in der Regel als so genannte selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) erfolgen. Als letzte Therapiestufe erfolgt die Operation, bei der versucht wird, je nach Methode, einenkünstlichen Abflussweg zu schaffen.


Warum Vorsorge so wichtig ist


Gefährdet sind insbesondere Menschen, die älter als 40 Jahre sind, höher Kurzsichtige, Diabetiker und Personen, in deren Familien bereits Glaukomerkrankungen aufgetreten sind. Eine rechtzeitige Früherkennung bietet all diesen Risikogruppen die Chance, den Krankheitsverlauf noch zu stoppen. Ab dem 40. Lebensjahr sollten daher regelmäßige Augenarztbesuche und die Messung des Augeninnendruckes (Tonometrie) zur Selbstverständlichkeit werden.


Leider wird die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung von den Krankenkassen derzeit noch nicht übernommen. Diese Früherkennung gehört zu den sogenannten "Individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL), die die Versicherten selbst bezahlen müssen. Die Kosten betragen 20 Euro.

Die Krankenkassen bezahlen eine Glaukomuntersuchung erst dann, wenn ein konkreter Verdacht auf Grünen Star besteht oder bereits eine Erkrankung festgestellt wurde.

Die Untersuchung der Hornhautdicke und des Sehnerven mit Hilfe des Heidelberg Retina Tomographs sind in jedem Fall kostenpflichtig. Die Kosten betragen für die Pachymetrie 30 Euro, für die HRT Untersuchung 77 Euro.

 

Haben Sie weitere Fragen? Wir beantworten sie Ihnen bei Ihrem nächsten Besuch gerne!

 


Marion Belgardt

 

Fachärztin für Augenheilkunde

klassische Homöopathie



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